© Tim Kögler, Bahnen der Stadt Monheim

Aktuelles aus dem Projekt-Blog

28. April 2022
AMEISE-Expert:innen-Meeting
Am 28.04.2022 diskutierten rund 40 AMEISE-Expert:innen das Thema autonomes Fahren in Waiblingen. Schwerpunktthemen waren neben der Technik, Berufsbilder, Bürger:innenmitgestaltung und Wirtschaftlichkeit. Mit dabei das große inter- und transdisziplinäre AMEISE-Team sowie die Unterstützer Verkehrsministerium Baden-Württemberg und Verband Region Stuttgart.
Am Nachmittag informierte das Projekt AMEISE dann interessierten Bürgerinnen und Bürgern Waiblingens und stellte seine Fahrzeuge vor. Bei strahlendem Sonnenschein entfachte sich ein reger Austausch.

23. Februar 2022
Wer haftet für Schäden durch autonome Fahrzeuge?
Diese Fragen verhandelt Expert*innen in einem fiktiven Gerichtsverfahren. Fachleute schlüpfen dazu in die Rollen des Gerichtsverfahrens und tauschen Argumente und Expertise aus.


Automatisiertes Fahren im ÖPNV: Erprobung in Waiblingen

Gemeinschaftsforschungsprojekt AMEISE möchte Potenziale von autonomen Fahren beforschen

Ziel des Gemeinschaftsforschungsprojektes AMEISE

Erarbeitung von Lösungsvorschlägen und Transformationswissen für zentrale technologische und gesellschaftliche Herausforderungen im Kontext der Verkehrs- und Energiewende.

Im Ergebnis liefert das Projekt auf verschiedenen Ebenen vertiefende Erkenntnisse wie die anstehende gesamtgesellschaftliche Mobilitätswende verbessert gestaltet werden kann.

Gefördert wird das Vorhaben vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg.

Pressemitteilung zum Projektbeginn


Verbundförderprojekt AMEISE

Das Verbundförderprojekt AMEISE untersucht und erprobt die Technologie-Option autonomes Fahren im ÖPNV, unter Einbezug der Zivilgesellschaft und vieler Experten, im Gewerbegebiet Ameisenbühl in Waiblingen.  

Quelle: Stadt Waiblingen

Das Ziel des Forschungsprojektes im Bereich „Ameisenbühl“ in Waiblingen ist die Entwicklung und Erforschung von hochautomatisierten, emissionsfrei angetriebenen Fahrzeugen der Fahrzeugklasse M2 (Kleinbusse) zur Personenbeförderung im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die Beforschung findet ganzheitlich statt und beinhaltet die Integration innovativer Verkehrsinfrastrukturkonzepte, deren Einbindung in den Betriebsablauf des ÖPNV im innenstädtischen Raum sowie den Einbezug lokaler Stakeholder. Unter Berücksichtigung von Inklusion wird den besonderen Bedürfnissen eingeschränkter Personengruppen dabei gesonderte Beachtung geschenkt. Eine Analyse der Wirtschaftlichkeit automatisierter ÖV-Transporte findet unter dem Gesichtspunkt verkehrsökonometrischer Bewertungen statt.

Der Einsatz von autonomen und (hoch-)automatisierten Fahrzeugen birgt derweil noch große Herausforderungen: Dies ist sowohl in der bestehenden Infrastruktur als auch im bisherigen Stand der Technik begründet. Beide Faktoren befinden sich derzeit noch im Aufbau/in der Anfangsphase. Im Rahmen dieses Projektes gilt es, das autonome bzw. (hoch-)automatisierte Fahrsystem, insbesondere von Seiten der Straßeninfrastruktur, zu analysieren sowie stufenweise zu verbessern. Die Entwicklung und der Aufbau eines autonomen/(hoch-)automatisierten ÖPNV ist ohne die Entwicklung und den Aufbau eines ganzheitlichen „Ökosystems“ nicht möglich, weshalb das Forschungsprojekt AMEISE an diesem Punkt ansetzt und das Ziel verfolgt, Erkenntnisse und Ansatzpunkte diesbezüglich zum Vorschein zu bringen.

Das Industrieforschungsprojekt wurde im Jahr 2021 in Betrieb genommen. Es wird im Dezember 2022 enden. Im Sommer 2022 startet der Forschungsbetrieb. Als Haltestellen vorgesehen sind S-Bahnhof Waiblingen (Ameisenbühl) und Berufsbildungswerk (BBW).

Quelle: Stadt Waiblingen

Die Strecke soll, wie in Abbildung 2 dargestellt, den Bedarf einer Buslinie, vom S-Bahnhof Waiblingen (Ameisenbühl) zum Berufsbildungswerk (BBW), bedienen und eine Personenbeförderungskapazität von mind. 6 Passagieren aufweisen. In einem ersten Schritt wird ein L0 (nach SAE j3016) Bus der M2-Klasse beschafft und mit autonomer Sensorik, für die Befähigung von passiver Datenerfassung, ausgestattet. Im L0-Betrieb wird das Szenario einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h untersucht. Auf Basis der passiven Umfelderfassung, bei der zunächst verstanden werden soll welche Schwierigkeiten entstehen können, soll eine Machbarkeitsstudie für einen L4-Betrieb (nach SAE j3016) für den vollständigen Streckenverlauf und unter Berücksichtigung des Szenarios einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h entstehen.

Die Bestandteile der ersten Projektphase umfassen unter anderem den notwendigen Ausbau der Infrastruktur (Markierung, Beschilderung, Absicherung, Digitale Anbindung nach ITS-G5 Standard), die Erforschung und Spezifizierung von geeigneten Umfelderfassungssystemen (infrastrukturell) sowie deren Einbindung und die Einrichtung eines 5G-Mobilfunknetzes.

Der planmäßige Ansatz für das Reallabor sieht transparente soziotechnische Innovationsprozesse vor, bei denen die ÖPNV-Nutzer, die relevanten Akteure des Wertschöpfungsnetzwerks sowie weitere, im Nutzungsumfeld relevante Akteure, die Entwicklung und Anwendung von neuen Produkten, Dienstleistungen und Systemlösungen mitgestalten. Hier wird somit ein interaktiver und iterativer Innovationsprozess in einer realen Umgebung stattfinden, wobei die unterschiedlichen Perspektiven von Kommune, Wissenschaft und Praxis integriert werden.

Das Reallabor bietet darüber hinaus die Möglichkeit, in einem dialogorientierten Prozess die Öffentlichkeit im genannten Zeitraum mit einem neuen Mobilitätsangebot zunehmend vertraut zu machen und damit mögliche Hemmschwellen und Akzeptanzdefizite abzubauen. Die Erkenntnisse aus solchen Prozessen können aufgrund ihrer grundsätzlichen Übertragbarkeit vergleichbare Mobilitätskonzepte an anderen Orten positiv unterstützen. Dies gilt insbesondere im autonomen ÖPNV, da die Mehrwerte für die Bevölkerung erlebbar gemacht werden.